Geschichte

Im Jahre 1956 erschienen in allen Vertriebenen- und Heimatblättern Aufrufe an sudetendeutsche Farbenstudenten, deren Corporationen nach der Vertreibung nicht mehr existierten, sich zu melden. Eine große Zahl von Meldungen ging ein und am Tag „Peter und Paul“, am 29. Juni 1957, gründeten 34 Teilnehmer bei einem „Treffen sudetendeutscher Farbenstudenten“ im Würzburger Studentenhaus den Sudetendeutschen Verband Studentischer Corporationen.

Die Gründer kamen aus den Corporationen Gothia Aussig, Langobardia Aussig, Normannia Aussig, Thessalia Aussig, Gambrinia Bensen, Cheruskia Brünn, Suevia Brünn, Rugo-Gepidia Dux, Teutonia Graslitz, Cheruskia Komotau, Herzynia Krummau, Marsia Leitmeritz, Ascania Neutitschein, Olympia Oberleutensdorf, Cheruskia Oberpolitz, Gothia Pilsen, Gothia Reichenberg, Vandalia Reichenberg, Elektra Teplitz, Saxo-Borussia Turn-Teplitz, Franco-Arminia Troppau, Germania Troppau-Regensburg und Suevia Brünn-Regensburg. Einziges Attribut einer studentischen Verbindung war damals ein alter Paradeschläger, der die Würzburger Bombennacht vergraben in einem Garten überstanden hatte; Kappen und Bänder waren in der Regel in der alten Heimat zurückgeblieben.

In den Pressemeldungen war man sich noch nicht über den Namen klar, und es hieß u.a. „Verband farbentragender Mittelschüler“, „Sudetendeutscher Altherrenverband Sudetia“, „Sudetendeutscher Altherrenverband farbentragender Corporationen“ und anderes mehr.

Die damalige Zielsetzung war, die zahlreichen Farbenträger alter sudetendeutscher Verbindungen zu sammeln. Diese Verbindungen waren bis auf wenige Ausnahmen zu klein, um sich nach der Vertreibung eigenständig in der Bundesrepublik Deutschland wieder zu gründen.

Aus diesem Grunde sollten sich die ehemaligen Farbenträger ohne Rücksicht auf die seinerzeitige Mitgliedschaft in einem Verband vereinen. Dazu gehörte auch, dass man als erster Dachverband überhaupt Mitglieder sowohl aus akademischen als auch aus pennalen Verbindungen (die im Sudetenland die weitaus größte Zahl darstellten) gemeinsam inkorporierte. Als einigende Bandfarbe wählte man rot-schwarz-rot (Umkehrung der sudetendeutschen Farben) und führte die Mitglieder als Einzelmitglieder. Der Vorstand bestand – und besteht bis heute – aus einem Verbandssenior, einem Consenior, einem Kassawart und einem Schriftführer.

Nach und nach hatte sich in der Presse auch der Name „Sudetendeutscher Verband Studentischer Corporationen“ durchgesetzt, der jährlich seinen Hauptconvent in eine andere Stadt legte. Nun formierten sich immer mehr Altherrenverbände und traten dem Verband bei, was auch reaktivierte Verbindungen taten, doch das Hauptgewicht legte man auf die Einzelmitgliedschaft. In einigen größeren Städten bildeten sich Altherren-Convente (AHC), so in Augsburg, Frankfurt, Heidelberg, München, Nürnberg, Stuttgart. Würzburg und Wien. Der Hauptconvent wurde jährlich an einem anderen Ort begangen, in den ersten Jahren nach Würzburg in Bad Neustadt an der Saale, Landshut, Friedberg in Hessen, Heidelberg, Heilbronn, Passau, Regensburg, Schwäbisch Gmünd, Schweinfurt Weinheim und Lohr.

Den Aktiven wurde dasselbe Stimmrecht eingeräumt wie den Alten Herren, und 12 Jahre nach der Gründung kam es auf einem Hauptconvent in Würzburg zum Eklat. Die Aktiven glaubten, der Name „Sudetendeutscher Verband Studentischer Corporationen“ behindere sie in ihrer Keilarbeit, ohne zu bedenken, dass beispielsweise auch der Kösener Senioren-Convent oder der Sondershäuser Verband ihren Gründungsnamen beibehielten. Jedenfalls wurde mit geringer Stimmenmehrheit der Name geändert in „Verband Studentischer Corporationen“. Die Folge war der Austritt einer ganzen Reihe von Altherren-Verbänden wie z.B. Borussia Bodenbach oder Esch Reichsstadt. Die einen verließen den Verband, weil ihnen das Wort „sudetendeutsch“ Tradition war, die anderen, vor allem in Österreich Wohnende, weil ihnen von Staats wegen verboten war, einem bundesdeutschen Verband anzugehören, soweit dieser nicht landsmannschaftlich gebunden war.

Vier Jahre später wurde 1973 auf einem außerordentlichen Hauptconvent in Heidelberg das Stimmrecht neu festgelegt und am ordentlichen Hauptconvent in Lohr der alte Name wieder angenommen. Nun wurde der Hauptconvent „für immer“ nach Lohr gelegt, doch schon nach sechs Jahren wurde der Wunsch nach einem neuen Tagungsort wieder laut. Man wählte Michelstadt im Odenwald.

Der 20. Hauptconvent wurde 1977 in Lohr am Main gefeiert. Er gehört bis heute zu den glanzvollsten Veranstaltungen des Verbandes. Zu dieser Zeit zählte man als Mitgliedscorporationen: Pennales Corps Alt-Rosen zu Wald-Michelbach, Deutsche Studentenverbindung Cheruskia Franzensbad zu Regensburg, Burschenschaft Elektra Teplitz zu München, AAV Normannia Winterberg zu Passau, BdSt Saxo-Borussia zu Würzburg und Schweinfurt, Verein deutscher Studenten Sudetia ehemals Brünn, Burschenschaft Thuiskonia Pilsen zu Nürnburg, Burschenschaft Wartburgia Pilsen zu Bochum. Diese stattliche Zahl wurde nach dem Niedergang bzw. Austritt mancher Bünde nie wieder erreicht.

Der Mitgliederzuwachs erfolgte nun weitgehend aus den Reihen von Corporationen, die noch eine Aktivitas hatten, wie dem penn. Corps Alt-Rosen zu Wald-Michelbach,, der Alemannia Brünn zu Heidelberg, der DStV Bohemia zu Stuttgart, der Marcomannia Tetschen zu Bad Meinberg, der Elektra Teplitz zu München, der Tuskonia Pilsen zu Nürnberg, der Wartburgia Pilsen zu Bochum, der Normannia Winterberg zu Passau und dem BdSt Saxo-Borussia zu Würzburg und Schweinfurt. Dabei gewann man allerdings nur weitere wenige Einzelmitglieder, weil die seinerzeit vertriebenen Alten Herren inzwischen in einem Alter waren, in dem sie für einen Beitritt kaum mehr zu gewinnen waren. Die Aktiven wiederum sahen sich in ihren bestehenden Verbindungen gut genug aufgehoben, um noch als Einzelmitglied einem Verband beizutreten.

Aus einsichtigen Gründen – der zunehmenden Alterung der Mitgliedschaft – nahm die Zahl der Mitglieder jedoch bereits seit 1970 langsam aber stetig ab. Zur Sicherung des Verbandes entschloss man sich 1988 zu einer neuen Satzung, die nunmehr auch die – übliche – Mitgliedschaft von Bünden vorsah. Die bestehenden Einzelmitgliedschaften blieben aber bestehen. In der Folge traten die Katholische Deutsche Studentenverbindung Friggia zu Pilsen und der Verein Deutscher Studenten zu Frankfurt am Main dem Verband bei. Später folgte im Jahre 2001 die penn. Burschenschaft Germania-Solmontia zu Kronach. Diese drei Bünde bilden bis heute den festen Kern des Verbandes.

Mit der Satzungsänderung musste man die Bestimmungen über Abstimmungen ändern, um der Mischform – Einzelmitglieder und Verbandsbünde - gerecht zu werden. Zudem wirkte das Trauma von 1969 nach, das man zukünftig unmöglich machen wollte. Bis heute hat sich das nunmehr geschaffene Curiensystem bewährt: Es gibt drei Curien (Einzelmitglieder, aktive Bünde, Altherrenschaft), die untereinander gleichberechtigt sind.

Wurde anfangs der jährliche „Hauptconvent (HC)“ eben jeweils an einem anderen Ort veranstaltet, um den unterschiedlichen Wohnorten Rechnung zu tragen, kristallisierte sich alsbald ein Schwerpunkt im fränkisch-hessischen Raum (Würzburg. Lohr, Michelstadt usw.) heraus. Dies erleichterte auch die entsprechende Vorplanung und Vorbereitung durch sogenannte HC-Beauftragte vor Ort. 1987 tagte man erstmals in Veitshöchheim bei Würzburg. Dieser gelungene 30. Hauptconvent führte zunächst dazu, dass man „vorläufig“ erneut mehrfach in Veitshöchheim tagte. Die allseits freundliche Aufnahme seitens der politischen Gemeinde und der Bevölkerung vertiefte die Beziehungen – auch mit der örtlichen Gruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft – so, dass man alsbald Veitshöchheim zum stetigen Ort der Hauptconvente erkor und zugleich – analog der Namen anderer korporativer Dachverbände – den Zusatz „Veitshöchheimer Convent“ annahm. Den Mitgliedsbünden wurde das Führen der Namensteile und deren Reihenfolge zukünftig freigestellt. Auch damit will man eine erneute Namensdiskussion vermeiden, was bislang erfolgreich war.

Bis heute finden die jährlichen Hauptconvente in Veitshöchheim statt, wobei sie ihren Charakter in den Jahren geändert haben. War in der Vergangenheit die Verwaltung und Führung des Verbandes nebst einem Festkommers und einem Damenprogramm die übliche Struktur, wandelte sich der Hauptconvent inzwischen zu einem geselligen Familienfest mit einem Festabend; die Verwaltung nimmt nur noch einen kleinen Teil ein.

Im März 2015 trat der SVSC(VC nach längeren Beobachtungsjahren im Gaststatus dem Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) bei.

Im Jahre 2017 feierte der Sudetendeutsche Verband Studentischer Corporationen – Veitshöchheimer Convent seinen 60. Hauptconvent.